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Schwindel

Alles dreht sich, der Boden schwankt, ein Sog zieht nach unten – Gleichgewichtsprobleme äußern sich vielfältig. Schwindelgefühle zählen zu den Kernsymptomen zahlreicher Störungen und Erkrankungen


Verlust der Sicherheit: Akute Schwindelattacken oder andauernde Taumeligkeit belasten den Alltag erheblich

Wer unter Schwindel leidet, ist kein Einzelfall. Jeder zehnte Patient beim Hausarzt klagt über Schwindelgefühle. Bei den älteren nehmen Störungen im Gleichgewichtssystem dann noch einmal deutlich zu.

Die Betroffenen beschreiben ihre Beschwerden sehr unterschiedlich. Sie nehmen Scheinbewegungen wahr oder fühlen sich allgemein unsicher oder benommen. Viele haben das Gefühl, dass sich etwas in ihnen oder sich die Umgebung um sie herum dreht (Drehschwindel). Andere glauben, zu schwanken, vor allem, wenn sie stehen, oder die Umgebung scheint zu schwanken (Schwankschwindel). Eine weitere Variante ist die Empfindung, nach unten gezogen zu werden (Liftschwindel) oder auch nach vorne beziehungsweise zur Seite umzukippen (Fallneigung). Die Empfindungen können in bestimmten Situationen anfallsartig einsetzen, etwa ein akuter Drehschwindel, oder dauerhaft bestehen, wie Benommenheit und Taumeligkeit (Benommenheitsschwindel).


Schwindel ist ein Alarmzeichen des Gehirns, ein Hinweis darauf, dass eine Störung im engeren oder weiteren Bereich des Gleichgewichtssystems vorliegt. Außergewöhnliche, aber an sich harmlose Reize wie etwa eine schnelle Karussellfahrt können das System kurzfristig irritieren, unterschiedliche Krankheiten jedoch seine Funktion auch nachhaltig beeinträchtigen. Dazu gehören Erkrankungen im Innenohr und im Gleichgewichtszentrum im Gehirn ebenso wie Nervenentzündungen, Herz-Kreislauf-Störungen, Stoffwechselerkrankungen, Halswirbelsäulenprobleme oder psychische Leiden. Auch natürliche Abnutzungserscheinungen im Alter spielen eine Rolle. Die große Palette möglicher Auslöser zeigt, wie sehr das Funktionieren unserer Balance von der Gesundheit anderer Körpersysteme abhängig ist.

Damit wir uns aufrecht halten und uns sicher in den unterschiedlichsten Lebenssituationen bewegen, arbeiten drei präzise aufeinander abgestimmte Sinnessysteme zusammen: Im Mittelpunkt steht das vestibuläre System, das Gleichgewichtssystem im engeren Sinn. Es umfasst das Gleichgewichtsorgan im Innenohr – in direkter Nachbarschaft zum Hörorgan – mit dem Gleichgewichtsnerv und den zuständigen Nervenbahnen im Gehirn. Dieses Netzwerk gibt an, in welche Richtungen wir uns bewegen. Seine Informationen zur Orientierung im Raum werden ergänzt von den Meldungen der Augen, die aufzeigen, wo wir uns bewegen, und der Sensoren aus Tast- und Tiefensinn, die sich an der Haut, den Gelenken, Muskeln und Sehnen befinden.

Schaltzentrale für alle Wahrnehmungen ist ein Kerngebiet im Hirnstamm, zu dem auch das verlängerte Rückenmark gehört. Das Gehirn verarbeitet die Informationen und sorgt, dafür, dass alle Bewegungen aufeinander abgestimmt sind und wir uns ganz selbstverständlich im Alltag bewegen. Dazu speichert es die notwendigen Bewegungsabläufe, die wir dann meist ganz unbewusst ausführen. Neue Kombinationen kommen hinzu bzw. können eintrainiert werden.

Damit sie reibungslos funktionieren, müssen alle Teile des Gleichgewichtssystems und das Gehirn insgesamt gut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Dazu ist es wichtig, dass Blutfluss und Stoffwechsel intakt sind. Auf Störungen und Hindernisse reagiert das Gleichgewicht höchst sensibel – mit Schwindel unterschiedlicher Ausprägung.

Schwindelformen und mögliche Ursachen

Schwindel kann sich ganz unterschiedlich äußern. Er kann plötzlich, ohne Vorzeichen als Schwindelanfall, häufig in Form von Drehschwindel, auftreten. Solche Schwindelattacken können unterschiedlich lang andauern, von Sekunden bis Stunden, und dann vergehen, um sich nach einer gewissen Zeit wieder einzustellen. Die Attacken setzen mitunter auch bei bestimmten Bewegungen, bei körperlichen Belastungen oder in bestimmten Situationen ein. Manchmal halten Schwindelzustände Tage und Monate durchgehend an (Dauerschwindel). Für einige Patienten sind Schwindelgefühle zu einem ständigen unangenehmen Begleiter (chronischer Schwindel) geworden. Die jeweiligen Störungsmuster geben manchmal schon Hinweise auf eine mögliche Ursache.

– Plötzlich einsetzende, anfallsartige Schwindelattacken, meist als Drehschwindel:

Die Attacken können in bestimmten Situationen, bei bestimmten Bewegungen oder ganz spontan, quasi grundlos auftreten und Sekunden, Minuten, aber auch Stunden anhalten. Dazwischen liegen beschwerdefreie Zeiten.
Kommen zu den Schwindelattacken eine Hörminderung, Tinnitus auf einer Seite sowie Übelkeit dazu, ist an eine Menière-Erkrankung zu denken. Betroffene empfinden die Anfälle mitunter auch als Lift- oder Schwankschwindel.

Sind die Arterien, die das Gleichgewichtsorgan im Innenohr und das Gleichgewichtssystem im Gehirn versorgen, verändert oder verengt, kommt es dort zu Durchblutungsstörungen (Vertebralis-Basilaris-Insuffizienz). Hauptsymptome sind Drehschwindelattacken, oft verbunden mit Benommenheitsgefühlen. Ohrgeräusche, Sehstörungen, Stürze oder Kopfschmerzen können dazukommen.

Heftigen Drehschwindel löst auch der Ausfall des Gleichgewichtsorgans durch eine Innenohrentzündung (Labyrinthitis) aus. Hier sind oft auch die Hörsinneszellen betroffen, deshalb kommen Ohrschmerzen, Hörprobleme, Tinnitus sowie Übelkeit und Erbrechen dazu.

Die vestibuläre Migräne ist eine Sonderform der Migräne. Auch hier liegen Störungen in den für das Gleichgewichtssystem zuständigen Arterien zugrunde. Mit den Schwindelattacken können Gleichgewichtsstörungen, Seh- und Hörstörungen, Tinnitus, Übelkeit und starke Kopfschmerzen verbunden sein.

Als weitere Auslöser für Schwindelattacken kommen unter anderem infrage: Ein eingeengter bzw. unter Druck stehender Gleichgewichtsnerv durch Gefäßveränderungen in der Nähe des Hirnstamms, Herzerkrankungen, Durchblutungsstörungen in anderen Gehirnbereichen und Erkrankungen im Zentralnervensystem, die sich indirekt auf das Gleichgewichtssystem auswirken.

Zu den Alarmzeichen eines Schlaganfalls kann ebenfalls eine heftige Drehschwindelattacke gehören. Meistens kommen Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle auf einer Seite, Seh- und Sprachstörungen dazu, auch Übelkeit und Erbrechen.

Wer zu tief ins Glas geschaut hat, kennt den typischen Drehschwindel. Alkohol verursacht teils heftige Drehschwindelattacken und Gleichgewichtsstörungen. Alkoholsucht führt zu weitreichenden Gesundheitsschäden, die nicht nur das Gleichgewicht dauerhaft beeinträchtigen. Auch bei Alkoholentzug treten Schwindelbeschwerden auf.

Selten geht auch ein gutartiger Tumor am Gleichgewichtsnerv (Akustikusneurinom) mit Schwindel einher. Der Tumor breitet sich auf den Hörnerv aus und verursacht deshalb als Leitsymptome einen Hörverlust auf der betroffenen Seite und Tinnitus.

– Drehschwindelattacken bei bestimmten Haltungen oder Lageveränderungen:

Hier sprechen Fachleute von einem gutartigen Lagerungsschwindel. Die Anfälle ereignen sich typischerweise, wenn der Betroffene zum Beispiel den Kopf zurückbiegt, sich hinlegt, sich im Bett umdreht oder morgens aus dem Bett aufsteht. Diese vor allem im höheren Lebensalter sehr häufige Schwindelform lässt sich meist mit einfachen Maßnahmen behandeln oder sie vergeht spontan wieder. Ein Grund dafür können Ohrsteinchen sein, die sich in den Bogengängen des Innenohrs ablagern und damit zu Irritationen führen. Durch bestimmte Übungen mit Kopf und Oberkörper lassen sie sich jedoch häufig wieder herausbefördern. Grund für die Ablagerungen sind oft Abnutzungserscheinungen, sie können aber auch Folge eines Schädeltraumas oder einer Neuritis vestibularis (siehe unten) sein.

– Drehschwindel in Verbindung mit Ohnmachtsschwindel:

Kommen Sehstörungen, Schwarzwerden vor den Augen, Kopfschmerzen und auch Tinnitus dazu, ist diese Schwindelform häufig kennzeichnend für eine orthostatische Hypotonie, das ist ein Blutdruckabfall im Stehen, manchmal auch im Sitzen, der auch zu kurzen Ohnmachten (Synkopen) führen kann. Junge Frauen und junge Männer in der Wachstumsphase sind häufiger davon betroffen.

– Drehschwindel als Dauerschwindel:

Der Schwindel setzt akut ein und hält dann aber über Tage bis Monate an. Dabei kann er mal stärker, mal schwächer werden. Der Drehschwindel geht dann im Laufe der Zeit oft in ein allgemeines Unsicherheitsgefühl über.

Häufigste Ursache ist der Ausfall des Gleichgewichtsorgans auf einer Seite, ausgelöst durch eine Infektion oder eine akute Durchblutungsstörung, die zusätzlich auch den Gleichgewichtsnerv betrifft. Der Fachbegriff hierfür ist Neuritis vestibularis. Die Betroffenen leiden neben dem Dauerdrehschwindel oft unter Fallneigung, Übelkeit, Stand- und Gangunsicherheiten und mitunter starken Angstgefühlen. Die Beschwerden verstärken sich häufig bei bestimmten Kopfbewegungen. Sie legen sich nach etwa vier bis fünf Wochen, entweder weil die gesunde Seite die Funktion der erkrankten übernommen hat oder eine sofortige Behandlung Wirkung zeigte.

Weitere Ursachen können eine Mittelohrentzündung, eine akute Innenohrentzündung sein, Verletzungen an der Schädelbasis, etwa im Bereich des Felsenbeins, in dem sich Mittel- und Innenohr befinden, oder am Hirnstamm. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie eine einfache Reise- oder Seekrankheit sind mögliche Auslöser.

– Schwank- oder Drehschwindel, oft abhängig von bestimmten Bewegungen:

Dieses Beschwerdebild ist eines der Hauptsymptome einer bilateralen Vestibulopathie. Dazu sehen die Betroffenen oft unscharf, wenn sie gehen und fühlen sich unsicher, die Umgebung scheint zu schwanken. Wenn sie sitzen oder liegen, geht es ihnen besser. Hier sind das Gleichgewichtsorgan auf beiden Seiten und Teile der Gleichgewichtsnerven in ihrer Funktion gestört. Die Ursachen sind häufig unbekannt. Die Erkrankung kann mit entzündlichen Vorgängen im Gehirn zusammenhängen. Eine Menière-Erkankung oder eine Gehirnhautentzündung gehören mitunter zu den Auslösern. Auch selten eingesetzte Antibiotika (zum Beispiel Aminoglykoside) können unter Umständen das Innenohr angreifen und zu Schäden führen.

Bestimmte Gefäßveränderungen in der Nähe des Hirnstamms können Gleichgewichts- und Hörnerven irritieren und kurze, spontane Dreh- oder Schwankschwindelattacken auslösen, häufig verbunden mit Gang- und Standunsicherheit. Bluthochdruck kann hier eine Rolle spielen.

Phobischer Schwankschwindel:

Psychische Probleme äußern sich am häufigsten in dieser Schwindelform. Die Schwindelattacken sind mit Unsicherheitsgefühlen beim Gehen oder Stehen verbunden und treten in bestimmten, meist angstauslösenden Situationen auf. Angsterkrankungen wie Phobien (etwa die Angst vor großen Plätzen, Menschenansammlungen, engen Räumen) sind vielfach die Ursache. Bei Depressionen verspüren die Betroffenen oft auch einen dauerhaften Schwank- oder Benommenheitsschwindel. Dazu kommen neben den psychischen Symptomen Bewegungsunsicherheiten, Kopfschmerzen, Schlafstörungen.

– Chronischer Schwindel:

Er kann sich als Schwank-, Dreh- oder Benommenheitsschwindel festsetzen. Er äußert sich in unterschiedlicher Intensität, je nachdem in welcher Situation sich der Betroffene befindet oder wie er sich allgemein fühlt.

Als Ursachen kommen zunächst Störungen im Innenohr infrage, zum Beispiel eine chronische Innenohrentzündung, Abnutzungserscheinungen oder eine Schädigung des Gleichgewichtsorgans auf einer Seite, wenn die andere Seite den Funktionsausfall nicht ausgleichen kann.

Es kann hier auch der Internist gefragt sein, denn ein zu hoher Blutdruck, Herzerkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen in den Herzkranzgefäßen oder Erkrankungen der Herzklappen und des Herzmuskels, Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) oder Blutarmut können unter anderem dauerhaft vorhandene, oft unbestimmte Schwank- und Benommenheitsschwindel sowie Gleichgewichtsstörungen zur Folge haben.

Auch Nervenschädigungen im Gehirn, eine Multiple Sklerose etwa, führen neben Bewegungsunsicherheit durch Gangstörungen und Gleichgewichtsstörungen mitunter zu Schwindelgefühlen. Dazu kann es auch durch die relativ häufig auftretenden Doppelbilder kommen.

– Benommenheitsschwindel:

Er kann neben Übelkeit und Schwächegefühl bei Diabetikern auch eine Überzuckerung anzeigen. Zu den Warnsymptomen einer Unterzuckerung gehören mitunter auch Schwindelgefühle und Gleichgewichtsstörungen. Nervenschädigungen (Polyneuropathie)  als Folgeerkrankung des Diabetes sind mitunter auch Ursache für Schwindelbeschwerden.

Geht ein Benommenheitsschwindel mit Sehproblemen wie Verschwommen- oder Doppeltsehen einher, mitunter auch mit Übelkeit, Kopfschmerzen, Druckgefühlen in den Augen, kann auch ein Augenproblem verantwortlich sein. Einen solchen okulären Schwindel kann zum Beispiel eine falsch eingestellte Brille auslösen. Aber auch ein Astigmatismus oder hervortretende Augäpfel, etwa aufgrund einer Schilddrüsenüberfunktion im Rahmen der Basedow-Krankheit, Augenmuskellähmungen, ein erhöhter Augeninnendruck und weitere Augenerkrankungen kommen infrage.

Neben den Aminoglykosiden (siehe unter Schwankschwindel oben) können auch einige andere Medikamente auf das Gleichgewichtssystem wirken. Sie haben als Nebenwirkung unter Umständen eher Benommenheitsschwindel und Gleichgewichtsstörungen, mitunter auch verbunden mit Hörproblemen und Ohrgeräuschen. Dazu gehören bestimmte Bluthochdruckmedikamente, sogenannte Schleifendiuretika, die unter anderem gegen Bluthochdruck und Herzschwäche eingesetzt werden. Diuretika können einmal allein schon durch die Blutdrucksenkung Schwindel verursachen (dies gilt prinzipiell für alle Drucksenker), aber in seltenen Fällen auch den Gleichgewichtsnerv direkt beeinträchtigen. Weitere mögliche Auslöser können Parkinsonmedikamente, bestimmte Schmerz- und Rheumamittel, starke Beruhigungsmittel (Tranquilizer) sein. Treten Schwindelgefühle unter Einnahme von Arzneimitteln auf, ist immer der Arzt zu befragen.

– Fallneigungsgefühle und Benommenheitsschwindel stellen sich auch bei einer Höhenkrankheit ein. Hauptsymptome sind hier oft Kopfschmerzen mit Übelkeit, Atemnot, Herzrasen sowie Verwirrtheit.

 

Diagnose von Schwindelbeschwerden

Ansprechpartner bei Schwindelbeschwerden ist zunächst der Hausarzt, der seinen Patienten dann je nach Erstverdacht an die entsprechenden Fachärzte, also einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Neurologen, Internisten oder Psychotherapeuten überweist. Auch ein Augenarzt oder Orthopäden können hinzugezogen werden.

An erster Stelle steht das ausführliche Arzt-Patient-Gespräch. Wichtige Hinweise geben dem Arzt die Form der Schwindelbeschwerden, Erkrankungen, an denen der Patient leidet bzw. die er früher durchgemacht hat, sowie seine Lebensumstände. Weiteren Aufschluss geben Herz-Kreislauf-Untersuchungen, eine Prüfung der Ohren, des Bewegungsapparats, der Nervenfunktionen.

Bestimmte Schwindelformen wie Drehschwindel lassen sich an unwillkürlichen, ruckartigen Augenbewegungen, dem Nystagmus, erkennen, entweder schon mit bloßem Auge oder mit einer Spezialbrille. Je nachdem, wie und in welche Richtung die schnellen Augenbewegungen gehen, kann zum Beispiel der HNO-Arzt schon bestimmen, ob die Schwindelursache direkt im Gleichgewichtsorgan oder -nerv zu suchen ist oder ob eher Nervenbahnen im Gehirn betroffen sind. Hörprüfungen können ebenfalls angezeigt sein. Aufwendige Gleichgewichtsprüfungen wird der HNO-Arzt beziehungsweise der Neurologe durchführen, wenn die Voruntersuchungen noch keine eindeutigen Ergebnisse liefern konnten und weiter der Verdacht besteht, dass das Gleichgewichtssystem geschädigt ist.

Zu den möglichen Untersuchungen beim Neurologen gehören eventuell eine Funktionsprüfung der Hirnnerven, eine Aufzeichnung der Hirnströme und bildgebende Verfahren. Der Internist wird Herz, Kreislauf, Gefäße, Blutbild und innere Organe bei Verdacht noch eingehender untersuchen. Ein Psychologe beziehungsweise Psychiater geht Angsterkrankungen und Depressionen auf den Grund.

 

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem zugrunde liegenden Krankheitsbild. Liegen Entzündungen vor, kommen mitunter Antibiotika zum Einsatz, auch durchblutungsfördernde Mittel oder Kortison können angezeigt sein. Bei heftigen Schwindelbeschwerden können sogenannte Antivertiginosa, Mittel gegen Schwindel, Hilfe bringen. Bei Tumoren oder Gefäßproblemen kann eine Operation notwendig werden. Unerlässlich ist ein begleitendes Gleichgewichtstraining, das das Gleichgewichtssystem allgemein stärkt, notwendige Heilungsprozesse unterstützt sowie eine eventuell notwendige Kompensation fördert.

Das Gleichgewichtssystem im Gehirn ist lernfähig (siehe oben). Körperliche Aktivität und gezieltes Gleichgewichtstraining sind deshalb der Schlüssel für mehr Bewegungssicherheit. Wer sich regelmäßig bewegt, ausgewogen ernährt, Alkohol und Nikotin meidet sowie Stress abbaut, trägt dazu bei, auch die Gefäße, den Stoffwechsel und seine Psyche gesund zu erhalten – alles wichtige Voraussetzungen für ein gesundes Gleichgewicht.

 


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de; 06.03.2009, aktualisiert am 01.02.2012
Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF

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